Akutmedizinische Pflege

Akutmedizinische Pflege beinhaltet verschiedene Elemente pflegerischer Interventionen, die wir im Folgenden kurz beschreiben:

Klinische Basismaßnahmen

Sie bilden die Grundlage stationärer Behandlung und beinhalten Notfallmanagement im Rahmen einer Notfallordnung, Hygienemanagement im Rahmen eines Hygieneplanes und Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Rahmen interner und externer Qualitätsmanagementsysteme.  

Behandlungspflege

Maßnahmen der ärztlichen Behandlung, die auch von Vertretern medizinischer Heil- und Hilfsberufe erbracht werden, zumeist auf ärztlicher Anordnung oder durch ärztliche Delegation. Beispiele hierfür sind Wundmanagement, Schmerztherapie und Pharmakotherapie.  

Hochaufwendige Pflege von Erwachsenen

Maßnahmen, die über die volle Übernahme von Pflegetätigkeiten für den Patienten in einem der folgenden Leistungsbereiche hinausgeht:

Körperpflege, Ernährung, Ausscheidung, Bewegung/Lagerung/Mobilisation/Sicherheit.

Im Leistungsbereich Kommunikation besteht ein erhöhter Bedarf beim Patienten. Weitere Leistungsbereiche bestehen für Kreislauf und Wundmanagement für die spezielle Pflege von  Patienten mit Hemi-, Para- und Tretraplegie. Die hochaufwendige Pflege bezieht sich auf Patienten, die in den genannten Leistungsbereichen ein hohes Maß an Unterstützung, Aktivierung und Motivation bedürfen. Maßnahmen der hochaufwendigen Pflege sind personalintensive Leistungen, zumeist Leistungspakete, die erbracht werden, tagesgleich dokumentiert werden müssen (Pflegekomplexmaßnahmenscore) und auf Normalstationen innerhalb der DRG-Systems als OPS 9-200 kodiert werden können. 

Therapeutische Pflege

Maßnahmen zur Verbesserung der Selbständigkeit in alltäglichen Verrichtungen, die als therapeutisch sinnvoll eingeschätzt und in der therapeutischen Gestaltung von Alltagssituationen eingesetzt werden. Therapeutische Pflege dient außerdem zur Anleitung und Förderung von  Eigenverantwortung und Selbständigkeit. 

Die therapeutische Pflege bezieht sich auf Menschen mit Pflegebedarf und bildet die Grundlage für die Entwicklung von Fähigkeiten. Neurophysiologisch begründete Konzepte gelten als fester Bestandteil der therapeutischen Pflege. Sie definieren die therapeutische Pflege aber nicht allein, sondern Förderangebote aus solchen Konzepten werden miteinander kombiniert und durch andere Interventionen ergänzt, und an den individuellen Patienten zu einem Pflege- und Behandlungsplan angepasst. Beispiele sind Bewegungsförderung, Sturzprävention, Wasch- und Anziehtraining, Esstraining, Toilettentraining sowie die Anleitung und Beratung von Patienten und Angehörigen.

Therapeutische Pflege zeigt sich als Interaktionsprozess zwischen Pflegekräften und Patienten mit Angehörigen. Die therapeutische Pflege bedarf aufgrund ihrer Komplexität und Individualität besonderer Schulung. Hierzu zählen indikationsspezifische Einarbeitungskonzepte und die Förderung von Aufgaben- und Kompetenzmixes in Pflegeteams durch unterschiedliche Fort- und Weiterbildungen.

Therapeutische Pflege wird in den Kriterien zur neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation (Phase B) im Rahmen der OPS 8-552 ausdrücklich gefordert. Sie muss in einem definierten Umfang tagesgleich erbracht und dokumentiert werden. Therapeutische Pflege ist somit auch akutmedizinische Pflege, da die Phase B im DRG-System als Akutmedizin abgebildet ist. Therapeutische Pflege ist gut beschrieben und katalogisiert: Katalog therapeutischer Pflege in der neurologischen Frührehabilitation (KtP, Elzacher Konzept), Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL, Kapitel 11), aktivierend-therapeutische Pflege in der Geriatrie (ATPG). 

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