Operation oder konservative Behandlung

Aktuell existiert weder für den Einsatz konservativer Verfahren noch für die Anwendung operativer Methoden eine sehr gute Evidenzlage, also eine empirisch nachgewiesene Wirksamkeit. Mittel- und langfristige Ergebnisse differieren häufig wenig. Es geht aber auch weniger um ein „entweder oder“, sondern vielmehr um einen sinnvollen Algorithmus, eine individuelle Problemlösung der Behandlung unter Einbeziehung der Patienten.

Die konservative Therapie wird mit Ausnahme von Notfallsituationen (in der Regel gravierende neurologische Ausfälle mit querschnittartigen Symptomen und erheblichen Lähmungen) immer am Anfang der Behandlung degenerativer Erkrankungen an der Wirbelsäule stehen. Man erreicht damit gute Ergebnisse. Dennoch muss man auch Möglichkeiten und Grenzen nicht operativer Verfahren erkennen und respektieren. Inzwischen ist die Verunsicherung von Patienten im Hinblick auf operative Verfahren aufgrund der allgemeinen Diskussion in den Medien hinsichtlich der Operationshäufigkeit so groß, dass auch sinnvolle und indizierte Operationen verweigert werden.

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